Danke, Gut!

Eines Tages musste ich mal wieder für die Woche einkaufen gehen. Eigentlich hatte ich keine Lust in die Öffentlichkeit zu gehen und wollte viel lieber in meinen vier Wänden bleiben. Der Grund war, dass es mir nicht gut ging. Denn die Uni, die Arbeit und meine Hobbies sind mir über den Kopf gewachsen. An diesem Tag wollte ich nichts tun. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Mich ausruhen und zu Kraft kommen. Aber ich musste noch einkaufen. Also raffte ich mich irgendwann nachmittags auf zum Supermarkt. Ich dachte mir, nur schnell Obst, Gemüse und Schokolade für‘s Glücklich-Sein kaufen und dann wieder zurück in meine vier Wände. Auf einmal wurde ich von der Seite angesprochen und ich erkannte direkt die Stimme einer Kommilitonin. Sie fragte mich, wie es mir geht.
 
Was soll ich nun antworten? Die immer gleiche Antwort, die jeder gibt, die ich an jeder Ecke höre, wenn sich Personen unterhalten? Soll ich mit „Danke, gut” antworten Aber mir geht es nicht gut. Ich bin erschöpft, meine Aufgaben sind mir zu viel geworden. Meine Psyche ist im Keller.
 Möchte mein Gegenüber  überhaupt hören, dass es mir nicht gut geht?
 Kann mein Gegenüber überhaupt mit meiner Antwort umgehen?
 Auf einmal schießen mir diese und viele weiteren Fragen durch den Kopf.
 Und am Ende antworte ich wieder mit “Danke, gut”.

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Ein offenes Gespräch über Depressionen

Der Kabarettist Kurt Krömer lud sein Kollegen Torsten Sträter in seine Sendung „Chez Krömer“ ein. Ich habe mich auf eine dreißigminütige Sendung eingestellt, wo ich die Seele baumeln lassen kann und mich von deren Humor anstecken lasse. Ab der zehnten Minute änderte sich das Blatt und die beiden redeten über ihre Depressionen. Ehrlich. Offen. Ernst. Empathisch. Ruhig. Ohne Schnörkel. Keine Sekunde langweilig. Keine Sekunde lächerlich. Jede Sekunde wichtig. Schildern, wie sie sich in der tiefsten Phase gefühlt haben, beschreiben, wie sie sich heute fühlen.  
 „Du bist ein Hoffnungsträger”, sagt Sträter zu Krömer und bedankt sich damit für seine Offenheit. Das Thema gehört an die Öffentlichkeit und man darf sich nicht verstecken. Krömer und Sträter  setzten sich für eine Krankheit ein, die zu oft in unser Gesellschaft ein Tabu ist. 

Torsten Sträter und Kurt Krömer im Chez Krömer-Studio; Quelle: rbb/Daniel Porsdorf
Chez Krömer – Zu Gast: Torsten Sträter (S04/E01)