Stay@home, Wochen 2 & 3: Jenny

The last two weeks were difficult, and Corona had nothing to do with that. A lot has happened, some of it sad, some of it good, some of it funny, some of it stressful, and frankly more than should be able to happen in your life when you barely leave the house or interact with the world outside. But it served as a good reminder: life didn’t stop, or pause. It’s still happening, differently, and in some ways less visibly, but definitely still there. And it will continue to be around, regardless of how long the current shutdown lasts.

On some days I got everything done: I finished something for uni, cleaned the apartment, fixed the WLAN and got the scanner to work, went for a walk, cooked, baked, replied to mails, did the dishes and laundry… the day went past in a twelve-hour blur of productivity. Other days just sort of happened, without me doing much of anything. My activities started to get a bit restless and haphazard, with me prowling around the place looking for distraction. Which is how I ended up listening to some comedy Christmas music, and playing ping-pong against the wall for an hour while contemplating life, and ducks, and hyphenation. But that’s ok.

As an act of self-care I started making it a point after that to do more stuff without a clear purpose, without high expectations. Because now seemed like the time to combat my perfectionism. I started writing passages from Harry Potter into the shape of a four-leaf clover, but if I’m honest I’m still pedantic about that. So I got out an old Strickliesel I was given as a child. Every few years I pick this up and add a few centimetres. It’s still the same ball of wool I used originally, and that doesn’t seem to be getting any smaller. Just as well really, because I have no idea what to do with the final product. I make no plans for it. I don’t need it. I also practised juggling while hula hooping. And in spite of some slight improvements I continue to be bad at it. In fact I don’t mean to be good at it, much less perfect. I have no intention of jump-starting a belated career in the circus. I just want to be able to do it. Acquire a skill, be ok at it, and move on.

While focusing on such little things helps me, I still worry. About the state of the world at large, about the germs potentially around me, and about everything in between. I’ve started to avoid most of the news, I rarely turn on the radio or other news media. Instead I’ve made significant progress down my list of things to watch and read. I’ve seen some great movies, and some bad ones, and I’ve started (and stopped) watching about six or seven different shows. But I’m a bit more careful about what I watch in what mood. I normally don’t deviate much from my plans, but I don’t have to watch Les Misérables when I’m feeling melancholy and depressed. It’s perfectly ok to discard my plan – made in the morning when I was still cheerful – and instead rewatch Toy Story.

But it doesn’t quite distract me from sometimes missing things. I miss not having this thing to worry about in addition to everything else. I miss not being worried about encountering people on my walks. I miss not seeing people sewing masks for themselves. And even though I text with my friends, talk to them on the phone or via video chat, I miss actually being in the same room with them, face to face without being dependent on technology as an erratic and wilful mediator. I miss making eye contact without glances flicking in between someone’s eyes on the screen and the camera lens. But maybe that’s also a good thing, to notice what you miss I mean, even when it hurts. It can show us what we want to prioritise in the future, and it keeps us from getting too used to this new normal, from normalising the current state of exception, because much like the hectic buzz and the wastefulness of the world that was ‘normal’ before, this has to be temporary. It can’t go on indefinitely, something’s gotta give.

The plug in my sink has said ‘Keep Calm and Carry On’ for years I think, but this week was the first time I actually really noticed and read it. It’s normally rather more encouragement than I need while brushing my teeth or washing my hands, but right now it seems more fitting than ever. And there’s an obvious metaphor about things going down the drain, but I choose not to read it that way. 🙂

So carry on staying healthy and safe and @home,

Jenny

Stay @home, Woche 2 ½: Lea

So langsam kehrt wieder etwas ´Normalität´ bei mir ein. Ich konnte mich gewöhnen an stündliche Berichterstattungen, Absperrband und Trennwände überall und den wöchentlichen Tanz um andere Menschen herum im Supermarkt um den Mindestabstand einzuhalten. Und ich konnte reflektieren und mich mit meinen Gefühlen auseinander setzen: Von Weltschmerz, über Einsamkeit bis hin zu Hoffnung.

Auch wenn sich Tag für Tag, mehr und mehr, ein Gefühl der Normalität etabliert, so macht mir die aktuelle Situation doch zu schaffen; mal mehr, mal weniger. An manchen Tagen wache ich auf und würde am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben, denn verpassen tue ich ja eh nichts. Jeden Tag das Gleiche: vor dem Laptop sitzen, hoffen, dass sich das Word-Dokument von allein mit Worten füllt, feststellen, dass das nicht passieren wird. Zwischendurch den Nachrichten zuhören, dann versuchen, das 1000-Teil Puzzle aus Harry Potter Charakteren zu vervollständigen. Wenn ich es mir dann mit einem Kaffee in meinem Sessel gemütlich mache und Zeit habe nachzudenken, merke ich, dass ich eine gewisse Trauer verspüre. Trauer, meine Freunde schon viel zu lange nicht mehr umarmt zu haben, Trauer darüber, dass viele Verwandte und Bekannte nun vor großen finanziellen Sorgen stehen, Trauer um die Welt. Und abermals denke ich „Es reicht jetzt auch. Kann bitte wieder alles gut sein?“ Natürlich war vorher auch nicht alles gut, aber es war irgendwie normal. An manchen Tagen nistet sich dieser Weltschmerz beharrlich in meinem Kopf und Herzen ein und lähmt mich nahezu. Und ich denke, das ist okay. Diesen Schmerz und Kummer zu spüren und ihm Raum zu geben ist okay. Die Welt ist nun mal nicht mehr wie zuvor und warum sollte ich von mir selbst erwarten, das anteilslos anzunehmen? Ich versuche also mir Zeit zu geben, nehme noch einen Schluck von meinem Kaffee und mache mir klar, dass ich meine Gefühle nicht unterdrücken kann noch sollte.

Zu diesen Gefühlen gehört auch immer mal wieder die Einsamkeit. Ich komme gut damit klar, viel Zeit in meinen eigenen vier Wänden zu verbringen und mal länger mit niemandem zu quatschen, das konnte ich auch vor Covid-19 gut und gerne. Nach fast drei Wochen in denen ich meine Freunde nur mithilfe von Skype und Co. bestenfalls in 240p sehen kann, fühle ich mich aber dann und wann einsam. In der Uni konnte ich stundenlang mit Freunden bei Hasan sitzen, im Smiley-Gesicht meines Latte Macchiato löffeln und über alles Mögliche reden. So sehr ich auch gerne ungestört Zeit Zuhause verbringe, ich vermisse es meine Freunde zu umarmen, ihnen beim Reden in die Augen schauen zu können. Und manchmal reicht die Vorfreude auf den Moment, in dem das wieder möglich ist, nicht dafür aus, dass ich mich besser fühle. Fast schon ironischerweise sind dies dann auch genau die Momente, in denen ich merke, dass ich mich zwar manchmal einsam fühlen mag, ich aber keineswegs allein bin. Denn eine WhatsApp-Nachricht später haben mich meine Freunde zum Lachen gebracht und erzählen mir von ihrem Tag. Täglich schreiben wir miteinander und mehrere Male in der Woche quatschen wir über Skype oder probieren zusammen ein ulkiges Online Game aus. Wir haben aktuell mehr Kontakt zu einander als vor Covid-19 und das schätze ich über alle Maße. Mit einem aufrichtigen „Wie geht es Dir heute?“ oder „Was können wir tun, damit Du Dich besser fühlst?“ sind wir füreinander da, denn wir sind alle in der gleichen Situation. Wir alle sitzen zuhause und freuen uns auf den Moment, in dem wir wieder gemeinsam an einem Tisch sitzen und solange versuchen wir das beste aus der Situation zu machen.

Neben dem Weltschmerz und der Einsamkeit, die ich an manchen Tagen verspüre, fühle ich mich auch hoffnungsvoll. Für mich schließen sich diese Emotionen nicht gegenseitig aus und auch sind sie mehr als das genaue Gegenteil von einander. Ich fühle Kummer um die aktuelle Lage auf der Welt, ich vermisse meine Freunde und ich habe Hoffnung, dass sich die Dinge ändern werden. Ob ins positive oder negative kann ich natürlich nicht sagen, aber das Schöne an Hoffnung ist ja, dass sie bedingungslos ist. Ich kann hoffen, dass sich die Situation verbessert und das tue ich auch, ganz unabhängig davon, ob das passieren wird oder nicht. Vielleicht ist Hoffen ein bisschen wie Vorfreude. Ich habe mich wahnsinnig auf meine Reise nach London Ende Mai gefreut, die jetzt abgesagt wurde. Vorfreude habe ich dennoch gespürt und diese verfliegt auch nicht dadurch, dass ich nun nicht mehr fliege. Ähnlich kann ich nun hoffen, dass die Dinge besser werden, denn das hilft mir, das Bett dann doch zu verlassen und mich besser zu fühlen, unabhängig davon, ob meine Hoffnung wahr wird.

Ich befürchte allerdings, dass alle Hoffnung der Welt nicht dazu führt, dass sich mein Word Dokument auf magische Weise von alleine mit Worten füllt. Rückblickend auf meinen vorangegangen Blogpost kann ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass ich in der letzten Woche nicht allzu viele meiner To-Dos abhaken konnte. Vielleicht muss ich einfach stärker hoffen. 😉

Bis dahin, stay safe and @home

Lea