Danke, Gut!

Eines Tages musste ich mal wieder für die Woche einkaufen gehen. Eigentlich hatte ich keine Lust in die Öffentlichkeit zu gehen und wollte viel lieber in meinen vier Wänden bleiben. Der Grund war, dass es mir nicht gut ging. Denn die Uni, die Arbeit und meine Hobbies sind mir über den Kopf gewachsen. An diesem Tag wollte ich nichts tun. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Mich ausruhen und zu Kraft kommen. Aber ich musste noch einkaufen. Also raffte ich mich irgendwann nachmittags auf zum Supermarkt. Ich dachte mir, nur schnell Obst, Gemüse und Schokolade für‘s Glücklich-Sein kaufen und dann wieder zurück in meine vier Wände. Auf einmal wurde ich von der Seite angesprochen und ich erkannte direkt die Stimme einer Kommilitonin. Sie fragte mich, wie es mir geht.
 
Was soll ich nun antworten? Die immer gleiche Antwort, die jeder gibt, die ich an jeder Ecke höre, wenn sich Personen unterhalten? Soll ich mit „Danke, gut” antworten Aber mir geht es nicht gut. Ich bin erschöpft, meine Aufgaben sind mir zu viel geworden. Meine Psyche ist im Keller.
 Möchte mein Gegenüber  überhaupt hören, dass es mir nicht gut geht?
 Kann mein Gegenüber überhaupt mit meiner Antwort umgehen?
 Auf einmal schießen mir diese und viele weiteren Fragen durch den Kopf.
 Und am Ende antworte ich wieder mit “Danke, gut”.

Zu Hause frage ich mich mal wieder, warum es eigentlich so schwer ist über mentale Gesundheit zu sprechen und einfach die Wahrheit zu sagen, dass es einem scheiße geht.
 Liegt es an mir, weil ich nicht offen genug bin oder liegt es an der Gesellschaft? Ich habe keine richtige Antwort dafür.
 Ein Problem ist, dass über mentale Gesundheit in der Öffentlichkeit und in den Medien immer noch zu wenig aufgeklärt und darüber gesprochen wird.
 
 In letzter Zeit sind zum Glück Menschen in die Öffentlichkeit getreten, die aufklären und über die Psyche betreffende Krankheiten sprechen wollen.
 
 Ich möchte auch etwas ändern und es in die Öffentlichkeit bringen.
 Beim nächsten Gespräch zwischen Bekannten möchte ich ehrlich sein und nicht immer „Danke, gut“ antworten. Sondern mutig sein und die Wahrheit sagen.
 Meine Hoffnung ist, dass dadurch die Hemmschwelle über mentale Gesundheit zusprechen gebrochen wird. Außerdem soll diese Floskel aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

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